Alles hat ein Ende...

Nun wie versprochen noch ein paar Details unserer fluchtartigen Ausreise aus Marokko.

Dieses Mal nicht allzu früh aufgestanden, trennten wir uns vom Team "Bring Corolla" (auch ein schweizer Team) welches mit uns die letzen Tag unterwegs war. Danach wollten wir mit einem Taxi zur Werkstatt fahren und uns nach dem Stand der Dinge (Ersatzteile) erkundigen.


Einfacher gesagt, wie getan... viele Taxis fuhren leer an uns vorbei und wollten uns nicht mitnehmen, die haben alle Angst davor Touristen mitzunehmen. Wir hatten schon fast aufgegeben, als uns dann ein Lieferwagentaxi freundlicherweise doch noch mitnahm.

Da die Garage noch geschlossen war, beschlossen wir, uns mit der Schweizer Botschaft in Verbindung zu setzen und nach einer Durchfahrtserlaubnis für Spanien und Frankreich zu fragen. Uns wurde gesagt, dass es ohne schwierig werden könnte. Die nette Dame hat mir dann aber erklärt, dass es so was nicht gibt. Der letzte Flieger jedoch verlasse Marokko noch heute, danach gibt es keine mehr. Nach kurzem Nachforschen fanden wir den letzen Flug vom nächstgelegenen Flughafen Agadir, (ca. 5h mit dem Taxi) der um 19:15 losfliegt. Da wir noch keine Tickets hatten und diese nicht online erworben werden konnten, blieb uns kaum Zeit für eine Entscheidung und da war ja immer noch das Auto. Als dann der Mechaniker mitteilte, dass die neuen Ventile erst gegen Mittag eintreffen, beschlossen wir den TCS um Rat wegen dem Verbleib der Löiebänne zu fragen. Ein weiteres Telefonat zwischen uns, dem Mechaniker und dem TCS eröffnete nun die Option, das Auto da zu lassen und nach Hause zu fliegen.


Die Grenzsituation in Ceuta (Fährpassage zum spanischen Festland) war unklar und uns erreichten widersprüchliche Angaben ob und wie lange die Grenze offen ist/bleibt. Daher beschlossen wir, nach einem köstlichen aber hektischen Frühstück, offeriert von unserem Mechaniker, mit dem Flugzeug abzureisen. Wir räumten also die wichtigsten Dinge aus dem Auto und verschenkten unser Proviant an den Mechaniker. Dieser schrieb was in arabisch auf einen Notizzettel, welchen wir dann dem Zoll zeigen müssen und fuhr uns persönlich zum Taxihub. Dort organisierte er die Fahrt und half uns noch mit Geldwechseln, da wir nicht mehr genug Dirham hatten für das Taxi. Während der 5 stündigen Fahrt bekam ich eine Email von der Schweizer Botschaft in Rabat, der Flug um 19:15 Uhr wurde auf 17:50 Uhr vorverlegt!?!

Es wurde Zeit um Googlemaps zu konsultieren, um unsere verbleibende Zeit abzuschätzen, bevor sich die Option zu Fliegen in Luft auflöst. Geschätzte Ankunftszeit am Flughafen Agadir war ca. 16:30 Uhr, in dieser Zeit galt es ein Ticket zu kaufen (wir sind natürlich nicht die einzigen), das Auto beim Zoll abmelden und die Sicherheitskontrolle zu passieren. Eine 10 minütige Pinkelpause für unseren Fahrer (es wurden keine Touristen geduldet) und ein kleines Missverständnis zwischen all den Taxiunterhändlern und unserem Fahrer kosteten nochmals wertvolle Zeit. Bevor wir an den Flughafen fuhren, gab es noch eine Stadtrundfahrt um Güter ein- und auszuladen.


Endlich angekommen, besorgten wir uns als erstes ein Ticket, um sicherzustellen, dass die Fluggesellschaft von uns weiss. Dann einmal quer durch den Flughafen und allen verwirrten und verängstigten Touristen vorbei, um das Auto abzumelden. In einer Seelenruhe wurde mir das auf französisch geschriebene Dokument erklärt und was ich alles auszufüllen habe.

Die Sicherheitskontrolle war grundsätzlich sehr speditiv... wäre da mal nicht die Drohne im Handgepäck gewesen. Diese hätte man bei der Einreise online registrieren müssen und beim Zoll anmelden. Die Leute an der Sicherheitskontrolle wurden recht nervös und ich musste mit dem Polizist in ein Büro. Fünf Personen waren gut 30 Minuten damit beschäftigt, gefühlte 1000 Dokumente auszufüllen. Die Abflugzeit unseres letzten Fliegers rückte immer näher, die waren alle sehr freundlich und bestätigen mir, dass ich den Flieger erwischen werde. Als ich dann all die Dokumente (auf Arabisch) unterzeichnet und auch der Chef des Zolls alles abgesegnet (und meine Drohne behalten) hatte, war dann auch schon 17:55 Uhr. Der Polizist, welcher mich durch die ganze Bürokratie begleitet hatte, eskortierte mich dann bis zum Gate und hat jeden in die Schranken gewiesen, welcher mich aufhalten wollte. Mit ca. 15 Minuten Verspätung hoben wir dann mit einem höchstens ein Drittel gefüllten Flieger ab in Richtung Schweiz.

Wie aktuelle Meldungen aus Marokko und der Grenze nach Spanien bestätigen, sind wir gerade noch rechtzeitig von da weggekommen.

 

Am Freitag 20.03.2020 18:00 Uhr ist in Marokko der Ausnahmezustand und eine Ausgehsperre verhängt worden. Die Grenzen wurden nur noch sporadisch für "nicht Spanier" geöffnet und die Wetterverhältnisse verhinderten einige Fährfahrten.

 

Am Sonntag 22.03.2020 10:59 Uhr wurde der marokkanische Luftraum komplett gesperrt. Ab 23:59 Uhr wurden die Grenzen zu Ceuta und Melilla (die beiden spanischen Enklaven in Marokko) bis auf weiteres geschlossen.

 

Glücklicherweise haben es alle Teams bis auf das spanische Festland geschafft!

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Dänu (Donnerstag, 23 April 2020 00:19)

    Sälü Phippu
    U de wie füeut sechs ah, die erschti grossi Liebi eme Schrothändler zverschärbele ;-)
    Gruess Dänu